Archiv: Mai 2009

Von Ton-Göttinnen und einem wunderschönen Weiber-Wochenende

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Am langen Wochenende war Jen bei mir zu besuch. Am Samstag fuhren wir zum Steingrab in der Nähe von Pöppendorf (Lübeck). Nachdem wir einen “Wikinger mit Pute” im Erdbeerfeld zum Frühstück vernascht hatten, kletterten wir waghalsig auf das Hünengrab, um im Sonnenschein zu werkeln und zu reden. Als wir oben auf den Steinen saßen frischte auf ein Mal der Wind auf und die Blätter der Bäume begannen laut zu rascheln. Für mich fühlte sich der warme Wind wie ein “Willkommen” an. Ich fühlte mich wie zu hause.
Beim Werkeln sind bei mir die abgebildeten Göttinnen aus selbsthärtendem Ton entstanden. Es war garnicht so einfach den Ton beim Formen dazu zu überreden einzureißen, um diese wunderschöne “antike” Optik zu erhalten.

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In den 4 Stunden, die wir auf den Steinen sitzend verbrachten, begegneten uns viele Menschen, mit denen wir uns teilweise sehr nett unterhalten haben. Besonders Interessant war das Gespräch mit einem Pärchen und seinen beiden Kindern. Diese turnten flink auf den Steinen herum. Jen und ich fragten uns, wie sie das nur machten. Wir werden wohl doch alt. ;-) Der Mann ist vom Restaurator und die Frau Korbflechterin. Von ihnen erhielten wir dem Tipp doch mal die Hompage Schlösser- und Burgeninventar zu besuchen, die mit einer umfangreiche Datenbank zum Thema Burgen, Schlösser, Wallburgen etc. nach Regionen sortiert aufwartet. Diesen Tipp möchte ich hiermit an euch weiter geben.

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Achja. Jen und ich sind mitterweile davon überzeugt, dass in dem Grab ein Römer bestattet sein muss. Warum? Ganz einfach: Ich hatte die ganze Zeit einen Ohrwurm vom Miracoli-Werbe-Jingel, obwohl ich die Werbung seit Monaten nicht gesehen habe. Unverhofft doch sehr oft fing ich immer wieder an das Lied vor mich her zu summen. Das war wirklich schlimm… doch ein eindeutiges Indiz! ;-)
Im Anschluss waren Jen und ich noch auf dem Künstlermarkt in Barnitz. Begeisterung und Kreativität sieht anders aus. Die einzigen Werke, die uns faszinierten, waren jene einen Klangkünstlers. Es hat uns viel Freude bereitet die Werke auszuprobieren und den entstehenden Klängen zu lauschen. Jen meinte, dass ich nächstes Jahr dort auch ausstellen sollte… wir werden sehen. ;-) Auf jeden Fall habe ich mal wieder festgestellt, dass meine Preise im Discounterbereich liegen. Das sie unter dem liegen, was ich später zum Leben brauche, wurde mir dann auch gestern beim Besuch bei “Frau & Beruf” klar. Habe viele Faktoren, Steuern und Abgaben garnicht in die Preise einkalkuliert, da sie mir einfach nicht bekannt waren. :-( Dazu später aber mehr. ;-)
Nachdem wir lecker gekocht hatten machten wir uns dann noch eine schöne DVD-Nacht und sahen “Der Klag des Herzens” und “Wie ein einziger Tag”. Ohhhh. Die Filme waren sooo schön! Jen und ich sind der Meinung, dass man Taschentücher gleich mitgeliefert bekommen sollte.

Behörden- und Informationsdschungel

Puuuuu. Die letzten Monate habe ich mich erfolgreich davor gedrückt mich mit den gesetzlichen und behördlichen Rahmenbedingungen zur Gründung meines Hexenladens auseinander zu setzen. Ich habe mich so erfolgreich und geschickt davor gedrückt, dass ich garnicht mitbekommen habe, dass ich mich davor gedrückt habe. ;-) Die Perfektion der inneren Flucht. :-D

Tja. Am Mittwoch war dann Schluss mit der Flucht, denn ich fühlte diesbezüglich das erste Mal meine Angst. Am liebsten würde ich davonlaufen oder einfach meine Kopf in den Sand stecken und so tun, als wäre sie nicht da. Ich habe furchtbare Angst vor den Behördengängen und in erster Linie davor, dass ich irgendwelche Informationen über irgendwelche Gesetze sowie Vorschriften nicht habe und es dann Ärger gibt. :-(
Ich habe das Gefühl, als wäre da ein riesen Berg, der aus ganz vielen Wollfäden besteht. Alle sind durcheinander und miteinander verworren. Und irgendwie muss ich Ordnung in dieses Chaos bringen und darf dabei auch nicht die kleinen Bindfäden übersehen, weil alle wichtige Informationen beinhalten.

Aufgelößt habe ich die Angst noch nicht, aber wenigstens mich aus meiner Starre bewegt.

  • Nächste Woche habe ich einen Beratungstermin bei Frau & Beruf .
  • Am 04. Juni habe ich mich beim Existenzgründertag in der IHK Lübeck angemeldet (war dort schon mal, aber das ist schon ca. 3 Jahre her).
  • Dann habe ich bereits mit der Handwerkskammer telefoniert, um zu klären, ob meine Arbeiten noch als Kunsthandwerk durchgehen. Das sieht schon mal ganz gut aus. Wobei meine direkte Ansprechpartnerin erst Anfang Juni wieder im Büro ist.
  • Mit meiner Krankenkasse habe ich heute telefoniert, um abzuklären wann ich was melden muss, welche Beiträge wann wie fällig wären etc.
  • Zudem habe ich mich noch über die freiwillige Arbeitslosenversicherung informiert. Die Informationen, die ich brauche, standen natürlich nicht in den Broschüren. Man muss nämlich innerhalb von30 Tagen nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit den Antrag gestellt haben, sonst kommt man nicht mehr rein. Da ich aber am Anfang über meinen Hauptberuf im Büro versichert bin und ich erst später den Laden hauptberuflich betreiben werde, bräuchte ich die Versicherung auch erst später. Die Frage ist nur, ob ich dann noch einsteigen kann. Tja. Dann werde ich den Mitarbeitern wohl nochmal auf die Nerven gehen.
  • Besonders faszinierend finde ich die neue Verpackungsverordnung, die zum 01.01.2009 inkraft getreten ist. *hmpf* Im Grunde muss danach sämtliches Verpackungsmaterial lizensiert sein bzw. werden. Da aber gleichzeitig die Markierungspflicht entfallen ist, werden wohl einige Verpackungen doppelt und dreifach bezahlt werden. Die Lizensierung erfolgt auf Basis des Gewichtes. Das bedeutet, dass ich erst einmal sämliche Kartons sowie die Luftpolsterfolie abwiegen und dokumentieren muss. Zudem muss ich noch jemanden finden, über den ich die Lizensierung vornehmen kann. Ich freue mich dann später…
  • Da ich ein Fan von Gesetzestexten bin (das war ein Scherz), kam ich in den Genuss mir nochmal das Fernabsatzgesetz mit den wichtigen “neuen” Gerichtsurteile zum Widerufsrecht durchzulesen. Nach all den verschiedenen Auslegungen über den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bei Versandgeschäften, welcher wiederum sehr wichtig zur Definierung - äm - egal *lacht* Kurz gesagt, werde ich wohl mit 1 Monat arbeiten. Eben habe ich noch eine Seite zum Versandhandelsrecht gefunden. Sieht bis jetzt ganz gut aus. Die wird wohl in den nächsten Wochen meine gute Nacht Lektüre werden.

Ansonsten. Das Leben ist schön und über Himmelfahrt kommt Jen zu Besuch: JUCHUUUUUUUUUUUUUUU!!! Ich freue mich so! Ich freue mich so!

“Venus vom Hohle Fels”: Älteste Menschenfigur der Welt in Deutschland gefunden

In der Karsthöhle “Hohle Fels” in der Schwäbischen Alb wurde im September 08 die bislang älteste bekannte Menschenfigur der Welt entdeckt. Gestern, am 13. Mai 2009, wurde die „Venus vom Hohle Fels“ in Tübingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Alter der 6 cm große Frauenstatuette wird auf 35.000 bis 40.000 Jahre geschätzt.

Die Figur wurde im unteren Bereich eines einen Meter starken, tonhaltigen Sedimentes gefunden. Dieses stammt und aus dem so genannten Aurignacien. Hierbei handelt es sich um einer der ältesten mit dem modernen Menschen in Verbindung gebrachten Kultur Europas. Die Radiokohlenstoffdaten des Fundgebietes umfassen einen Zeitraum von 31.000 bis 40.000 Jahren vor unserer Zeit. Weiter Fundstücke, die sich oberhalb des Bereiches in welchem die Figur gefunden wurde befanden, deuten darauf hin, dass das tatsächliche Alter der “Venus vom Hohle Fels” zu Beginn des Aurignacien anzusiedeln ist. Damit wäre sie ca 40.000 Jahre alt. Im Vergleich hierzu erscheint die bekannte “Venus von Willendorf” mit ihren 28.000 Jahren als rechter Jungspund.
Die Venus vom Hohle Fels wurde aus Mammutelfenbein geschnitzt. Sie ist von gebeugter Statur und verfügt über breite Schultern und Hüften. Ihre Taille ist etwas schmaler. Zwischen dem Brustansatz und dem Schamdreieck verlaufen mehrere waagerechte Linien, wovon sich einige auf der Rückseite fortsetzen. Es wird angenommen, dass hiermit Kleidung angedeutet werden sollte.
Wie bei anderen bekannten Venusfiguren wurden die Geschlechtsmerkmale besonders betont. So sind die großen Brüste, die Genitalien sowie das Gesäß detailliert dargestellt. Ebenfalls stellen die vernachlässigten Beine in ihrer kurzen sowie spitzen Form eine Paralelle zu anderen Funden dar. Abweichend zu anderen Statuetten sind die Beine der Venus vom Hohle Fels jedoch gespreitzt.
Anscheinend wurde damals kein Wert auf den Kopf der Venus gelegt, denn sie hat keinen… Stattdessen befindet sich dort eine sorgfältig geschnitzte Öse. Diese untermauert den Verdacht, dass die Figur als Anhänger getragen wurde.

Die Venus vom Hohle Fels ermöglicht eine vollkommen neue Sicht auf die Kunst des frühen Jungpaläolithikums und der Wiege unserer Kultur.

Vom 18. September 2009 bis 10. Januar 2010 wird die Venus als Hauptexponat in der großen Landesausstellung “Eiszeit - Kunst und Kultur” in Stuttgart zu sehen sein. *hmpf* Eigentlich ist das ja ganz schön weit weg, aber ich glaube, dass ich im Herbst die Ausstellung besuchen werde.

Bericht im Spiegel incl. Fotostrecke

Quelle: Nicholas J. Conard, Zeitschrift Nature, Bd. 459, Nr. 7244, “A female figurine from the basal Aurignacien deposits of Hohle Fels Cave in southwestern Germany”

ACHTUNG ACHTUNG: Die Lufttraumbehörde warnt vor tieffliegenden Hexen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es aufgrund von baulichen Veränderungen im Blog zu unvorhergesehenen Wartezeiten, kreativen Chaos und tieffliegenden Hexen kommen kann.

Sofern Sie die folgende Regeln befolgen, stehen ihre Aussichten gut nicht ausversehen in einen Frosch verwandelt zu werden:

1. Bewaren Sie Ruhe!

2. Wagen Sie es nicht zu kritisieren. Wer kritisiert wird rasiert!

3. Sobald eine tieffliegende Hexe aus ihrem PC-Bildschirm auf Sie zugeflogen kommt springen Sie schleunigst, jedoch kontrolliert, unter ihren Schreibtisch, robben in Richtung Tür, gehen raus an die frische Luft und vermeiden die nächsten 2 Wochen den Kontakt zu koffeinhaltigen Getränken.

Kraftplätze in S-H: Pöppendorfer Hünengrab und Steinkreis

Am Samstag machte ich mich gemeinsam mit dem “Ex-Nordlicht-nun-Erzgebierge-Waldschrat-Besuch” auf den Weg nach Pöppendorf, um dort das Hünengrab sowie den Steinkreis in Augenschein zu nehmen. Pöppendorf liegt im slawischen Siedlungsgebiet kurz hinter Lübeck in Schleswig-Holstein.

Bevor wir das Hünengrab fanden, wanderten wir durch das angrenzende Wald- und Moorgebiet. Ein wunderschöner sowie energiereicher Ort, dessen Geschichten die vielen Hügelgräber, Bäume, das Moor und der Ringwall zu erzählen wissen.

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Das jungsteinzeitliche Großsteingrab ist ca. 6 m lang und incl. Eingang 3,70 m breit. Es befindet sich im Zentrum eines Steinkreises aus  59 kleinen Findlingen mit einem Durchmesser von ca. 7-8 m.  Sein Alter wird auf 5.000 bis 6.000 Jahre geschätzt.

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Sehr schön fand ich den Eingang, die so genannte “Holsteiner Kammer”. Wobei wir den Eindruck hatten, dass ein Trägerstein nachträglich eingefügt wurde bzw. gegen den ursprünglichen Stein ausgetauscht wurde. (Solltest du einml dort sein: der rötliche Stein auf der rechten Seite des Ganges.)
Der begehbare Innenraum des Hünengrabes ist ca. 4 m lang,  1,70 breit und  1,50 m hoch.

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Bereits als ich beim Steinkreis ankam war für mich klar, dass dies nicht mein letzter Besuch dort werden würde. Ich freue mich schon darauf einige meiner langen Trainingsläufe in den umliegenden Wäldern zu absolvieren und bin gespannt, was ich noch entdecken werde.
Sofern wir am Wochenende nicht Wetter habe (d.h. es trocken ist und die Sonne scheint), werde ich wohl am Freitag oder Samstag wieder hinfahren, um dort einige Göttinnen zu schnitzen und einfach zu genießen.

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